Schon seit längerer Zeit verfolgt mich die wahnwitzige Idee, einen eigenen Podcast haben zu wollen. Nicht direkt für mich, sondern für mein Alter Ego, das schwarze Schaf auf Sardinien (diesen Reiseblog betreibe ich seit über einem Jahrzehnt). Doch natürlich stand ich zunächst wie Ochs (oder vielmehr: Schaf) vorm Berg und fragte mich, wie und wo genau ich anfangen soll. Aber das hat sich schnell gelegt.
Das ist gleich die erste Botschaft für alle, die einen Podcast in ihrer Unternehmenskommunikation ins Auge fassen: So schwer ist das nicht. Was ein Schaf kann, kann auch ein Marketing-Manager 😉
Aus meinen Erkenntnissen während der Ideenfindung und Recherche sowie aus der Erfahrung mit Kundenprojekten habe ich einen unkomplizierten Leitfaden für ein Podcast-Konzept gezaubert, den ich gern teile.

Ich hatte das Glück, zeitgleich zu meinen eigenen Plänen noch weitere Projekte zu verfolgen, in denen es um ein Podcast-Konzept bzw. um Podcasts im Allgemeinen ging: Im Rahmen einer Marktrecherche für ein Startup suchte ich nach bestehenden Podcasts für Medienkooperationen im Thema „Nachhaltige und grüne Investments“. Gleichzeitig arbeitete ich an einem Kommunikationskonzept für einen Kunden, der bereits podcastet und sein Engagement optimieren und erweitern will.
So tummelte ich mich mit drei Themen gleichzeitig im Kopf (Flexibilität ist alles) zur Recherche im Netz, zwischen Youtube-Tutorials, Checklisten und Blogbeiträgen. Und natürlich immer mit irgendeinem Podcast auf dem Ohr. Von furchtbar langweilig bis genial gut war wirklich alles dabei.
Die Lust, selbst aktiver Podcaster zu werden, stieg mit jeder gehörten Folge. Und ich hatte innerhalb kurzer Zeit viel und breites Wissen angesammelt, das ich oft direkt in die Praxis umsetzen konnte. Dazu noch ein, zwei, drei Gespräche mit Filme- und Radiomachern – so macht konzeptionelle Arbeit echt Spaß!
Bereits zehn Fragen reichen, um gut zu starten. Natürlich nur, wenn man für sich selbst auch gute Antworten findet (oder finden lässt). Aber so entsteht mit übersichtlichem Aufwand ein umsetzbares Podcast-Konzept.
Bereit?
Einer meiner Kunden macht seinen Podcast seit mehreren Jahren aus einem wirklich guten Grund: Mitarbeiterbindung. Der Podcast ist ein Teamprojekt. Über die sinnvolle, langfristige und gemeinsame Aufgabe, die auch noch Spaß macht, hält er alle bei Laune und vor allem: die Wissensträger im Unternehmen. Einzelne Persönlichkeiten werden zudem promoted – was enorm zur persönlichen Entwicklung beiträgt. Wird persönlich aus laufenden Projekten berichtet, trägt das bei Mitwirkung des Klienten auch zur Kundenbindung bei. Andere Unternehmen machen einen Podcast zur strategischen Positionierung. Dazu gleich mehr.
Für mich selbst ist ein Hauptmotiv, mein Thema – nämlich das nachhaltige Reisen auf Sardinien im ganzen Jahr – zu verteidigen. Und weil ich in der Wirklichkeit der Insel etwas verändern möchte – und dazu ein breites Publikum brauche. Ein Podcast gibt mir für Fragen, die es wert sind, dass sich mehr Menschen damit beschäftigen, eine erweiterte Plattform, und nicht nur meinen eigenen Blog. Ein Podcast ist also ein nützlicher Bestandteil meines Kommunikationsmixes. Die Grund-Motivation ist dieselbe, mit der ich blogge: Weil es mir ewig viel Spaß macht und ich ohne Ende Themen und Ideen habe.
Außerdem habe ich festgestellt, dass mir in meiner Eigenschaft als Reiseblogger die Produktion von Videos nicht an allen Tagen liegt – allein, weil ich auf meinen Touren durch die Natur oder in Museen nicht ständig das Handy oder eine Kamera vor mir her tragen, sondern mich selbst mit dem, was ich vor Ort finde, beschäftigen will. Ein Vlogger oder Youtube-Star, der immer direkt spontan vor Ort in Reels und Stories die besten Tipps gibt, bin und werde ich in diesem Leben nicht. Das geschriebene und damit auch das daraus entwickelte gehörte Wort gehen mir hingegen recht flüssig von der Hand – selbst wenn ich mal nicht ganz so wach und vorzeigbar bin 😉
Der absolute Motivator für mein schwarzschafiges Podcast-Konzept war aber folgender: Ich entdeckte bei der Recherche eine erstaunliche Marktlücke zum Thema Reisen und Sardinien. Eine echte Nische. Das war der Auslöser, der mich dazu brachte, den Aufwand auf mich zu nehmen. Die Lücke wird nun durch meinen eigenen Sardinien-Podcast geschlossen.
Eine Marktlücke ist immer ein kleiner Erfolgsgarant, insofern lohnt es sich, danach zu forschen.
Damit sind wir bei der nächsten Frage:
Hier steckt ein bisschen Arbeit, die man sich leider nicht sparen kann. Selbst wenn man denkt, man kennt alles – das Podcast-Universum ist mega groß. Die Marktrecherche ist vor allem zeitaufwändig und man muss sich irgendwie organisieren, um die Resultate festzuhalten. Wenn ich nur für mich selbst einen Überblick bekommen möchte, ist mein Mittel der Wahl oft das analoge Notizbuch. Ggf. auch das Tablet, in dem ich nebenher schreibe. Die Möglichkeit zur Digitalisierung ist an sich ja nicht verkehrt.
Wer gleichzeitig Konkurrenz und Themen im Markt untersuchen will, braucht eine digitale Lösung, um nicht den Überblick zu verlieren. Außerdem möchte man die Ergebnisse vielleicht in anderem Kontext teilen oder verwenden. Ich habe für meine eigenen Zwecke tatsächlich, nach lang gehegter Hassliebe, meinen Frieden mit Excel gemacht. Für das Startup wiederum könnte ich fast eine Art Datenbank gebrauchen, weil ich nicht nur Podcasts recherchiere, sondern nebenher auch die Social Media-Aktivitäten der Konkurrenz anschaue und die Themen- und Redaktionsplanung mache.


Wie breit ich die Recherche tatsächlich aufstelle, richtet sich nach meinem Ziel und dem, was ich für meine Aufgabe brauche.
Will ich wirklich nur wissen, wer schon zu einem Thema im Markt podcastet und auf Ideen kommen, reicht eine einfache Liste mit dem Namen, der Adresse und zwecks Inspiration auch eine Folge, die mich besonders interessiert. Strebe ich eine Zusammenarbeit oder Medienkooperation an, interessiert mich natürlich auch die Person, die hinter dem Podcast steckt und zu welchen Themen schon mit anderen Unternehmen gearbeitet wurde. Ist es eine Mitbewerberanalyse, sind auch Reichweite, Themenstruktur, Frequenz, Gäste etc. interessant.
Zum Aufwand: Schon in ein, zwei Tagen ist eine inhaltliche Recherche zu Markt, Themen, Trends und Personen möglich, um einen Überblick zu bekommen. Für sich selbst bekommt man aber schon nach 2-3 Stunden ein gutes Gefühl dafür, welche Podcasts im Markt / zu einem Thema existieren und was die liebe Konkurrenz so macht. Die anschließende Analyse, was ausgewählte Mitbewerber tun und welche Podcasts warum erfolgreich sind, ist sehr aufschlussreich und gibt Möglichkeiten, sich zu differenzieren und es ggf. sogar besser zu machen.
Um die Marktrecherche sinnvoll durchzuführen, aber auch, damit dein Podcast erfolgreich wird, musst du dir die folgende Frage stellen:
Das eine Thema, das nur meins ist. Das ist beim schwarzen Schaf längst geklärt: Naturverbundenes Reisen auf Sardinien im ganzen Jahr, abseits der Touristenpfade. Blog und Buch verfolgen das Thema bereits konsequent – der Podcast wird dem auf natürliche Weise folgen.

Für meinen Kunden, eine Anwaltskanzlei, war das nicht so einfach und hat ihn leicht ins Schwitzen gebracht: Natürlich deckt man alle Rechtsgebiete ab. Aber stimmt es, wenn man sagt Rechtsgebiete (oder Dienstleistungen) = unsere Themen im Markt? Ein klares Jein 😉
Bleiben wir im juristischen Beispiel: Bei einer spezialisierten Boutiquekanzlei mag das stimmen – da gibt es meist ein Themenfeld, wie zum Beispiel „Bau- und Architektenrecht“ (in all seinen Ausprägungen), das sich gut eignet und bei dem man noch ggf. schauen kann, wie die Abgrenzung zu Mitbewerbern aussehen könnte.
In mittelständischen Sozietäten oder Großkanzleien, oder in großen Beratungsgesellschaften geht das so eher nicht. Bei sagen wir 20 Rechtsgebieten, sechs Branchenteams und zehn Standorten in Deutschland muss man die Sache strategischer angehen, damit kein Wildwuchs entsteht.
Drei grobe Lösungsansätze gibt es:
Ist letztlich eine Frage der Ressourcen. Schaut man genauer hin, hat der Ansatz durchaus Vorteile. Nehmen wir pro Rechtsgebiet / Branche einen Kollegen, dann wäre bei 26 Teams und einer wöchentlichen Podcast-Frequenz jeder zweimal im Jahr dran. Dazu noch ein Moderator, der alles koordiniert (das ist auch nebenher möglich) und eine Liste möglicher Gesprächspartner.
Konzeptionell gilt es, den roten Faden zu definieren. Das kann ein Megatrend sein, der alle Themen umklammert (z. B. Digitalisierung), aber auch etwas, das die Kanzlei auszeichnet (z. B. internationale, multikulturelle Zusammenarbeit) oder die Mission (z. B. Nachhaltige Rechtsberatung für eine emissionsfreie Wirtschaft). Dann werden als Vorgabe alle Themen aus diesem Blickwinkel betrachtet. Gute Vorlagen für einheitliche Folgen-Covers. Und vielleicht sogar eine einheitliche Struktur für die Namen – und los geht’s!
So ist relativ schnell eine Basis für ein breit aufgestelltes Podcast-Konzept gelegt, das – wenn man anfangs zwei, drei Folgen gleichzeitig produziert – sogar ad hoc für Sichtbarkeit im Markt sorgt. Die Umsetzbarkeit ist realistisch gegeben: Die einzelnen Kollegen werden nicht ständig und über die Maßen aus der Mandatsarbeit geholt. Die eingesetzte Zeit lohnt sich: Die Podcaster entwickeln sich fachlich und menschlich weiter. Gleichzeitig tragen alle zum positiven Kanzleiimage bei.
In den meisten dieser Fälle lohnt sich dann auch ein externes Studio. Macht allen Spaß, befreit von dem technischen Drumherum und kostet (wenn man mit einem fertigen Konzept ankommt) auch nicht die Welt.
Kann oder will man so viele Ressourcen intern nicht generell mobilisieren, hilft ein internes Sounding. Mittels kurzer E-Mail-Befragung (wenn man die Antworten harmonisieren will, auch per Online-Fragebogen) wird ausgelotet, wer überhaupt Zeit, Lust und Ideen hat, regelmäßig an einem Podcast mitzuwirken – und zu welchem Thema. Die eingereichten Themen clustert man und findet so vielleicht auch einen Schwerpunkt. Meistens tun sich dabei junge und neue Mitarbeiter hervor, die nur darauf warten, sich beweisen zu können. Die neue, noch lernende Generation ist wissbegierig und kommt mit wahnsinnig vielen Ideen aus dem Studium. Dazu stellt man 1-2 Senioren – vielleicht aus einem internen Mentorenprogramm – die mit ihrer Erfahrung für Qualität und Fehlerfreiheit sorgen.
Startet man mit solch motivierten Menschen, kann man ihnen auch eine gewisse Verbindlichkeit abverlangen. Dazu je nach Themenvielfalt eine monatliche oder zweiwöchige Podcast-Frequenz – schon hat man einen soliden Anfang, aus dem sich möglicherweise ein Sogeffekt für das ganze Unternehmen ergibt.
Dies kann eine Lösung sein, wenn das Unternehmen seine strategischen Hausaufgaben schon gemacht hat: Wer sind wir? Warum gibt es uns? Was ist unser USP? Wo wollen wir langfristig hin? Wofür steht unsere Kanzlei, unser Unternehmen? Wer sind unsere Targets? Dann reicht eine etwas intensivere Marktrecherche. Man schaut gezielt, ob Mitbewerber irgendwo eine thematische Lücke lassen, die zur eigenen Positionierung gut passen würde. Und dann keine Zeit verlieren – Thema besetzen.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt man, wenn man intern Themen und Ressourcen gleichzeitig abfragt – am besten mit einem Online-Fragebogen. Die Themen können frei bleiben. Gibt man sie zum Teil vor, können schon während der Befragung strategische Überlegungen aus der Unternehmensführung mit einfließen und bestimmte Felder ausgeschlossen werden. Aus den Antworten (speziell wenn viele Kolleg:innen teilnehmen) ergeben sich quasi automatisch Schwerpunkte und damit auch Positionierungsansätze. Fragt man die Motivation und Bereitschaft zur Mitarbeit ab, ergibt sich fast automatisch ein Redaktionsplan mit Namen und Themen: Fehlt nur noch die passende Frequenz, Termine und die zeitliche Ordnung.
Vorteil einer internen Befragung: Die Ergebnisse liefern neue Ideen für die PR-Arbeit, ein Media- und Themenplan kann gefüttert werden. Sogar positionierungsrelevante Fragen können beiläufig mit gestellt werden. Alles was kein Podcast wird, kann vielleicht anderweitig verwendet werden, z. B. in einem Kundenmagazin, einem Corporate Blog oder auf der Webseite.
Eine der wesentlichen Fragen in Marketing und Kommunikation. Wer seine Ziel-, Bezugs- und Interessengruppen noch nicht kennt, ist ein gutes Stück vom eigenen Podcast entfernt. Wissen wir aber genau, wer unsere Kunden sind und wie sie ticken, welches ihre Entscheidungsprozesse sind, dann sind wir schon ganz nah dran. Es lohnt auch ein Blick auf die sonstigen Interessengruppen (z. B. Investoren, Presse, Lieferanten), die in unserem Markt relevant sind und unserem Geschäft zuträglich sein können. Last but not least, welche Kunden wir neu gewinnen möchten.
Mit unserer Klarheit über die Zielgruppen können wir auch unser Podcast-Konzept genauer ausführen. Auch in die Podcast-Beschreibung (siehe weiter unten) gehört ein Satz wie „Dieser Podcast richtet sich an …“ der genau definiert, für wen unser Content relevant und hörenswert ist. Beispiele: Jura-Studenten, Kunst- und Kulturschaffende, Aktivurlauber, arbeitende Mütter …
Kleiner Tipp am Rande: Auch, wenn wir möchten, dass alle unseren Podcast hören, ist „Alle“ keine Zielgruppe 😉 Um eine gewisse Reichweite und ordentliche Zuhörerzahlen zu erreichen, ist wichtig, zu präzisieren. „Alle Entscheider in der Logistik-Branche“ oder „Individual- und Aktivurlauber zwischen 20 und 40 Jahren“ ist schon deutlich besser. Auch eine übergeordnete Definition, die auf die innere Einstellung anspricht, wie z. B. „Entscheidungsfreudige Vordenker und Gestalter in der Wirtschaft“ ist gut.
Nun habe ich also eine marktbezogene, thematische und personelle Übersicht. Und ich kann mir die alles entscheidende Frage stellen:
Im Optimalfall reden wir bei einem tragfähigen Podcast-Konzept über Lifetime-Podcasting: ein unternehmerisches, projektbezogenes oder berufliches Leben lang. Nie ist ein Podcast eine einmalige Sache. Immer ist es fortlaufende Arbeit. Und wie du spätestens nach der Marktrecherche weißt, eine anspruchsvolle.
Ähnlich wie eine Radiosendung will ein Podcast regelmäßig zu festen Zeiten / Tagen publiziert werden. Die Frequenz ergibt sich zum Einen aus den Rahmenbedingungen, zum Anderen aus den verfügbaren Themen und der Menge an Ideen. Lieber eine Folge weniger und das dafür dann richtig gut, als zu viele oberflächliche Sendungen.
Ist ein Podcast wirklich gut gemacht und entwickeln sich die Zuhörerzahlen gut, haben irgendwann auch die Zuhörer eine gewisse Erwartung an die Frequenz und die Qualität. Aufhören kommt dann nicht infrage – die öffentliche Wahrnehmung setzt man besser nicht aufs Spiel.
Lautet die Antwort auf die obige Frage also NEIN – dann lass es. Startest du blind und hörst nach drei Folgen wieder auf, hilft das eher der Konkurrenz, die deinen Fehlversuch nur allzu gern aufgreifen und es besser machen wird.
Kleiner Trost: Wenn du trotzdem gute Ideen und Themen hast, bist du vielleicht ein interessanter Gesprächspartner für existierende Podcasts. In dem Fall bitte zurück nach oben zu Frage 2 – und die Marktrecherche durchsehen, mit wem eine Kooperation möglich wäre.
Die Antwort ist JA? Dann weiter im Text!
Damit dein Podcast-Konzept auch in der Praxis schnell starten kann, stelle dir noch einige weitere Fragen:
Die vielleicht schönste Aufgabe im Rahmen eines Podcast-Konzepts: die Namensfindung. Sind Absender, Positionierung und vor allem das Thema klar – und hat man während der Marktrecherche schonmal gesehen, wie andere Podcasts (vor allem die der Konkurrenz) heißen, geht es los.
Brainstorming! Geht sogar allein vorm Flipchart oder dem berühmten weißen Blatt. Aber natürlich auch super im Team.
Extra-Tipp zur Methode: Für abgrenzbaren Kreativ-Aufgaben, die neben dem Tagesgeschäft nicht zu viel Zeit fressen dürfen, bemühe ich am liebsten den „Brainstorming-Spaziergang am Wasser nach der Mittagspause“. Während der Verdauungsphase ist man üblicherweise unproduktiv – und so wird die Zeit für alle sinnvoll genutzt und man kommt im Büro durch die Frischluft mit Elan an. Wasser ist wann immer möglich zu bevorzugen: Allein die Präsenz des Elements setzt für gewöhnlich die Fantasie mehr in Bewegung als eine beliebige Grünfläche im Bürokomplex. Wir sind in Hamburg am Fleet und in der Hafencity entlang gelaufen und haben uns entspannt die Bälle zugeworfen. Und es kam immer irgendetwas Gutes dabei heraus.

Kristallisiert sich nicht sofort ein Name heraus, weil sich alle sofort mit ihm identifizieren können (Konsens ist ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor) werden die Ideen hinterher / separat bewertet. In jedem Fall wird nochmal gezielt recherchiert, ob es den favorisierten Namen schon gibt und ob er irgendwie negativ besetzt ist.
Optimalerweise ist ein Podcast-Name catchy fürs Thema und macht irgendwie neugierig. Beispiele gefällig?
Einen Podcast ganz allein zu bestreiten, ist möglich, aber nicht einfach. Eine gute halbe Stunde lang zu unterhalten – auch oder gerade, wenn es sich um Fachthemen handelt – ist wirklich eine Talentfrage. Radiomoderatoren oder Leute, die regelmäßig als Speaker auftreten und vor Zuschauern referieren, ohne dass diese einschlafen, können das vermutlich. Das sind aber die wenigsten von uns.
Bist du in deinem Thema wirklich zuhause, kannst du es versuchen. Mit Musik, eingestreuten O-Tönen oder Lese-Sequenzen im Stil eines Hörbuchs kann es möglich sein. Frage aber unbedingt jemanden, ob das wirklich gut ist. Leicht wird so ein Konzept auf Dauer eintönig und banal.
Am schönsten sind Gesprächsformate, bei denen die oder der andere nicht nur als Stichwortgeber fungiert, sondern ein wirklicher Austausch stattfindet und man sich gegenseitig die Bälle zuwirft. Das klassische Interview aus dem Radio kennen wir auch. Auch ein Mix ist möglich: Zwei Reporter unterhalten sich mit unterschiedlichen Blickwinkeln und immer wieder werden Interviews mit Dritten geführt.
Überlege, wer deine Gesprächspartner sind (das bestimmt wiederum auch die Themen). Wichtig ist auch, schon ein paar Leute, die man kennt im Kopf zu haben, um sie direkt einzuladen. Und Ideen, wen man noch fragen könnte. Im Zweifel bräuchtest du für ein Jahr zwischen 12 und 52 Menschen …

Ehrlich gesagt, ist es genau der Punkt, an dem es bei mir aktuell noch hakt. Erstens, weil ich beim Bloggen seit Jahren fast immer allein bin und auch meine Touren allein oder mit einem einheimischen, italienischsprachigen Guide mache. Zweitens, weil mir deutschsprachige Gesprächspartner auf Sardinien fehlen und es ja keine Werbung für deutsche Ferienhausanbieter oder ein Auswanderer-Blog werden soll, sondern von der Insel, den Sarden, der Natur und der Kultur erzählen soll. Ich muss noch ein wenig nachdenken, wie ich das löse. Aber das wird schon 🙂
Ganz klar: Nein. Tatsächlich wirken geskriptete Podcasts sofort gestellt und damit schwach. Gerade Gespräche verlieren bei vorgefertigten Antworten und Füllseln wie „Ja, da hast du recht, das habe ich auch gedacht“ oder „Hm, das ist ja interessant, so habe ich das noch gar nicht gesehen“. Für Leute, die mit ihrem Thema vertraut sind, reicht ein Stichwortzettel.
Soll nicht heißen, dass du bei einigen Fachthemen sie nicht schriftlich ausarbeiten solltest – allein um die eigenen Gedanken zu ordnen und um einen roten Faden zu finden. Oder um zu entdecken, dass das Thema auch gut für zwei Folgen ist – das passiert mir beim Bloggen und Schreiben mit schöner Regelmäßigkeit 😉
Solch ein Skript wird aber NICHT auswendig gelernt oder gar im Podcast gelesen. Es dient einzig der inhaltlichen Vorbereitung, als Gedanken-Leitfaden. Und natürlich der Besprechung mit dem Gesprächspartner, um eine gemeinsame Linie für das Gespräch zu finden. Die Arbeit lässt sich übrigens auch schön zweit-verwenden: Das Skript kann im Nachgang z. B. als Blogbeitrag veröffentlicht werden. So werden auch Nicht-Podcast-Zuhörer (soll es geben) mit dem Content versorgt.
Sinnvoll sind Skripte aber für die Basics: Podcast-Vorstellung und Intro. Es lohnt sich, die Zeilen einmal durch zu texten und mit mehrmaligem lauten Lesen und Aufnehmen über eine Diktier-App in einen sympathischen und sinnvollen Klang zu bringen.
Noch eine allgemeine Ausnahme: Wenn ich sprachlich nur so mittleres Talent habe, könnte ich natürlich auch ein Skript schreiben und jemanden bitten, den Text auf Schlüssigkeit durchzuschauen und weitere Ideen zu geben – auf die ich allein nicht kommen würde. Damit sollte ich dann aber in der Lage sein, den Podcast frei zu sprechen.
Kann ich das nicht – sollte ich die Idee eines eigenen Podcasts vielleicht den Hasen geben. Ein Unternehmen hingegen kann den Podcast als Gelegenheit sehen, die Mitarbeiter in einem Medientraining gezielt zu schulen. Das hilft auch bei anderen Situationen (z. B. Pitches, Verhandlungen, Verkaufsgespräche) und ist effektiv.
Podcasten geht nicht allen leicht von der Hand. Wer aber nur einige Unsicherheiten hat, die es loszuwerden gilt, ist mit einem Mediencoaching auf der richtigen Spur.
Ein solches Training hilft neuen und zukünftigen Podcastern, ihr Thema professionell vorzubereiten zu präsentieren. Zum Beispiel kann der Umgang mit einem Gegenüber trainiert werden, um Gesprächen die nötige Leichtigkeit zu geben. Wer seine eigenen Schwächen kennt, kann zudem Fehler vermeiden und unangenehme Situationen (wie etwa wenn man den Faden verliert) auskontern. Die eigenen Stärken und Sympathiepunkte zu kennen, kann einen Podcast enorm bereichern – das umso mehr, wenn das Bild fehlt und man die Pluspunkte in der Stimme und der Persönlichkeit finden muss. Ein Mediencoaching vermittelt Techniken für die gute Vorbereitung und den souveränen Auftritt. Atem- und Stimmübungen geben vor dem Mikrofon Sicherheit – insbesondere wenn man die eigene Stimme nicht hören mag oder nicht so schön findet.
Ein Mediencoaching hilft in vielen Bereichen der Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, den guten Eindruck nach außen zu festigen – speziell wenn man auch gleichzeitig vor der Kamera trainiert (in meinem Netzwerk kann ich ein tolles Team, mit dem ich gern arbeite, empfehlen).
Das bringt uns zur vorletzten Frage:
Ja, ein Podcast ist zum Hören da. Aber natürlich liegt auf der Hand, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Wenn man sich schon so intensiv mit einem oder vielen Themen beschäftigt und sich die Zeit nimmt, kann man ja auch das Bild ergänzen und gleich ein Video drehen.
Das muss kein großer Aufwand sein. Die Podcaster können in einem Studio oder einem neutralen Raum vorm Mikrofon mit einem Lächeln reden – das passt schon in den meisten Fällen. Und wer nicht jedes Mal vor die Kamera will, kann auch einzelne Folgen filmen, zum Beispiel wenn ein besonderer Gast da ist. Für meinen Reise-Podcast werde ich immer mal wieder eine Outdoor-Folge einstreuen – der Kameramann meines Vertrauens hat aber nicht immer Zeit, und so richtet sich das ein bisschen danach, wann wir gemeinsam z. B. zu einem leichten, nicht allzu langen Trekking an einem schönen Ort aufbrechen. Das Equipment muss ja auch getragen werden 😉

Dreht ihr ein Video, achtet darauf, dass der Ton immer auch für sich allein stehen kann. Beispiel: Wenn jemand etwas ins Bild hält, oder auf eine Visualisierung Bezug nimmt, die im Video zu sehen ist – dann muss es für die Nur-Hörenden detailliert beschrieben werden. Ist generell eine gute Übung für das Thema Barrierefreiheit in der Kommunikation: Vielleicht können tatsächlich nicht alle in unseren Ziel- und Bezugsgruppen sehen. Wir wissen ja nicht, wer uns gerade zuhört.
Alles hängt stark vom Einzelfall ab, daher nur ein paar ungeordnete Gedanken dazu. Zum Beispiel davon, ob ein Self-Hosting auf der eigenen Webseite in Frage kommt, wer den Podcast mit welchem Einsatz betreuen kann, ob man zusätzliche Dienste benötigt (der zum Beispiel auch Interviews und Aufzeichnungen von mehreren Spuren, z. B. in Videokonferenzen ermöglicht) oder man mit einem Studio zusammenarbeitet, das schon sein erprobtes Vorgehen hat. Ein gemeinsames Gespräch mit der internen IT-Abteilung und dem Marketing (das üblicherweise für das Content Management zuständig ist) gibt oft schnell Aufschluss.
Ich selbst bin ein großer Freund davon, unabhängig zu sein und Dinge selbst zu machen – was aber in Sachen Podcast wirklich nicht ganz einfach ist. Im Moment experimentiere ich für meinen Sardinien-Podcast vom schwarzen Schaf mit einem Self-Hosting via WordPress und Podlove Publisher. Aber auch nur, weil es mir Spaß macht, ich die Muße und ein gutes Verständnis der technischen Umgebung habe und ich das Basis-Equipment sowieso für meinen Blog brauche.

Um eine gewisse Reichweite zu erzielen, sind die wichtigsten Plattformen für den Podcast-Vertrieb Spotify, Apple, Google, Youtube, Audionow … außerdem Anbietern wie Podbean, Springcast, podcast.de etc. Sieh dich zur Orientierung einfach um, ob du einen Einstieg findest, der für dich und deine Anforderungen gut zu passen scheint.
Ist das aber der Punkt, an dem ihr nicht vorwärts kommt, lasst euch davon nicht entmutigen. Nimm das Podcast-Konzept, mach es bis Frage 9 rund – und frage dann damit jemanden, der / die sich auskennt – viele professionelle Studios helfen gern und haben schon das nötige Equipment parat.
Gern sehe auch ich mir alles an, prüfe ob etwas Wesentliches fehlt und wie euer Podcast-Konzept unkompliziert umgesetzt werden kann.
In diesem Sinne: Happy Podcasting!
Design by ThemeShift.