Neues Jahr, neues Glück! Das neue Jahr startete direkt mit einem neuen Projekt – dem FAIR CAPITAL Project, mit dem meine geschätzte Freundin, Projekt- und Arbeitskollegin Vivian Kranz und ich unseren Teil dazu beitragen möchten, dass mehr Kapital in nachhaltige Investments fließt. Und zwar mit dem, was wir können und seit Jahren machen: Marketing & Kommunikation in Wort und Bild.

Das Geschäftskonzept verbindet das, was uns wichtig ist – eine gesunde Natur und eine lebenswerte Zukunft – mit dem, was wir können und gern tun – Marketing und Kommunikation – und dem, was das weltweite Problem lösen hilft – nachhaltig angelegtes Kapital.
Die Ideen wurde eigentlich schon vor ein paar Jahren geboren, in kleinen privaten, nachhaltigen Projekten, quasi häppchenweise. Die ersten nachhaltigen Schritte ging ich mit der Gründung meines Sardinien-Blogs. In meinem zweiten Leben auf Sardinien beschäftige ich mich bereits seit 2010 mit einem nachhaltigen Tourismus im ganzen Jahr, nah an der Natur und der Landeskultur. Beruflich ließ sich leider auf Sardinien kein belastbares, nachhaltiges und vor allem ganzjähriges Geschäftskonzept stricken. Und beim Melken der Sommertourismus-CashCow wollte ich nicht mitspielen. Auch als schwarzes Schaf habe ich eine andere Philosophie.
Aber bei dem Versuch lernte ich viele Leute kennen, denen der Schutz der Insel und ihrer Meere wichtiger Lebensinhalt ist. Engagierte mich vor Ort und allein für diese sinnvoll verbrachte Lebenszeit bin ich dankbar.
Beruflich bin ich daher immer als Kommunikationsberaterin und Projektmanager beschäftigt. Viele Projekte gleichzeitig zu managen, macht mir viel Spaß und ich weiß nach 20 Jahren in der Werbe- und Kommunikationsbranche auch wie der Hase läuft. Zudem dreht sich die Welt weiter und die Digitalisierung macht meinen Job richtig spannend.
Nachhaltigkeit wurde immer mehr Thema. Und auch ich wollte so gern mehr tun. Aber wie?! Ich arbeitete für „ganz normale“ Unternehmen und Wirtschaftsberatungen. Mit Glück war mal ein Prospekt für einen Windpark dabei oder die Pressearbeit für ein nachhaltiges Festival auf Sardinien oder Unterstützung bei der Kommunikation für ein Schweizer Volksfest, das nachhaltiger werden wollte. Doch den Großteil meiner Arbeitszeit verbrachte ich nicht wirklich für sinnvolle und weltrettende Dinge.
Meiner Kollegin Vivian ging es ähnlich: In unseren freiberuflichen Projekten lief es gut, wir hatten Spaß in der Zusammenarbeit. Aber irgendetwas Grundlegendes fehlte. Gerade weil die Welt um uns herum immer mehr über Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sprach.
Oft dachten wir, es wäre doch viel schlauer, die acht bis zehn Stunden Arbeitszeit täglich für etwas Gutes einzusetzen, für etwas, das wirklich wichtig ist und der Welt hilft.
Der erste Draft des Geschäftskonzepts lautete „Wir wollen für die Guten arbeiten!“, den (jede auf ihren eigenen Gedankenwegen weiter dachte.
Dann war aber erstmal Pandemie.
Ich beschäftigte mich ein Jahr lang, in dem ich wegen gestrichener Marketingbudgets und dem Ende meiner Aktivitäten im Tourismus ungewollt viel Freizeit hatte, und auch viel zuhause sein musste, mit dem Leben (nicht nur meinem), der Natur, dem Meer und dem Klimawandel – den wirklich wichtigen Dingen.
Auf Sardinien achtete ich vermehrt darauf, wie sehr ihr der Klimawandel durch extreme Hitze, Starkregen, Ernteausfälle, Überschwemmungen und Waldbrände zusetzt.
Auch im Meeresschutz traf ich auf ambitionierte Projekte – aber nahm immer auch erstaunlich viel Luft nach oben wahr. Da sind Naturschutzgebiete, die sich seit Jahren weigern, den Schiffsverkehr einzuschränken, weil sie dadurch Touristen (= Geld) verlieren. Das geht nicht, weil es es nur der Natur etwas einbringt.
Eine Auffangstation und Krankenhaus für durch Plastik und Bootsverkehr verletzte Meeresschildkröten musste fast geschlossen werden, weil ihnen das Geld ausging.
Alles, was nicht die Kasse klingeln lässt, stirbt. Das kann doch nicht so weiter gehen!
Zum Glück begegneten mir viele Menschen, die trotzdem weiter machen und nicht aufgeben.
Tatsächlich ist alles immer für etwas gut und diese Neuordnung, aber vor allem der Raum, den ich da hatte, wollte neu gefüllt werden. Als digital nomadisierende, freie Beraterin hatte ich alle Möglichkeiten der Welt.
Ich schrieb mein zweites Buch fertig – einen nachhaltigen Reiseführer für Sardinien im ganzen Jahr. Durch den direkten Austausch mit kulturellen und nachhaltigen Kleinprojekten auf der Insel, begriff ich, was Impact und Nachhaltigkeit wirklich meint.
Nämlich eine echte Veränderung und kein grünes Label, kein Aufspringen auf den grünen Zug. Wenn ich mein Resort einfach Eco-Resort nenne, aber nichts verändere, ist überhaupt nichts gewonnen.
Aber ich entdeckte auch immer wieder (im Kleinen wie im Großen), wie wichtig Geld bei der Transformation der Wirtschaft ist. Denn das KO-Argument ist immer Geld.
Speziell wenn man etwas verändern will, bedeutet das oft den Verlust von etwas anderem – und das ist in den meisten Unternehmens- und Staatskonzepten nicht vorgesehen. Und ist im Übrigen auch in der Gesellschaft nicht besonders beliebt.
Der Wandel zu einer nachhaltigen Welt und zu einer Kreislaufwirtschaft kostet. Notwendige Verluste müssen kompensiert werden. Viele Projekte können nicht umgesetzt werden, weil ihnen das notwendige Startkapital fehlt. Geld für die Umsetzung wichtiger Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung ist aber zukunftsentscheidend.
Nachhaltigkeit darf kein nettes Goodie sein für einige wenige motivierte Menschen, sondern muss sich grundsätzlich rechnen. Muss einkalkuliert und bezahlt werden.
Und wo bekommt man Geld her, wenn man kein eigenes hat? Genau. Von Banken, Kapitalgesellschaften, Business Angels, Risikokapitalgebern und letztlich von privaten und institutionellen Investoren.
Von dort gründete das Fair Capital Project sich fast von selbst: Wir dachten unseren ersten Gedanken gemeinsam zu Ende, oder vielmehr: zu Anfang, zu einem Business Plan und zur Gründung einer UG (quasi die Vorstufe zu einer GmbH).
Mich bringt das Projekt zudem „back to the roots“. Ich hab mich schon während meiner Ausbildung zur Bankkauffrau gefragt, was ich damit eigentlich anfangen soll und dass das doch gar nicht wichtig ist. Ich habe mich immer damit getröstet, dass ich so wenigstens Buchhaltung und Steuererklärung selbst machen kann.
Ich mag, wenn sich Kreise schließen. Denn erst dann kommen sie in Bewegung. Und ich hoffe, mit dem Fair Capital Project bewegt sich richtig viel 🌍 💶 🌱
Gut Ding will Weile haben – und als hätte das Universum das gewusst, hat es damit gewartet, bis Vivian und ich an dem gleichen Punkt waren und den Schneid hatten, zu gründen.
Schaut gern auf unserer neuen Webseite vorbei: https://faircapitalproject.de oder folgt uns auf Instagram oder LinkedIn.
PS. Als Blogger und schwarzes Schaf und in meinen diversen Inselprojekten arbeite ich natürlich weiter! Aber „viel beschäftigt“ ist ja mein zweiter Vorname … und jahrelange Übung sollte dafür sorgen, dass das alles gut geht!
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Reinhard
21. August 2023 at 10:38Eine klasse Idee. Ich habe dir heute eine Email geschrieben, in anderer Sache. Meld dich doch mal. Reinhard